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Schülerpaten

Das Projekt „Kompetenzzentrum Begabtenförderung“ am WHG wird z. Zt. von 14 Schülerpaten begleitet, die von Herrn Girke betreut werden. Das Team setzt sich aus folgenden Schülerinnen und Schülern zusammen:

Luisa Gohlke (12a)

Kristian Munsche (12c)

Sophia Radler (12e)

Lea Zybur (12c)

Emil Haase (12d)

Nele Johannsen (11a)

Sanna Kleiß (11a)

Jarla Wilms (11a)

Selina Brandt (11a)

Johanna Siehl (11a)

Anna Medrow (10d)

Emma Schulz (9b)

Mathilde Eichelberg (9b)

Kaja Scheel (9b)

Das Schülerpaten-Projekt am WHG – ein Arbeitsbericht 

Ziele und Rahmenbedingungen

Ziel des Schülerpatenprojektes ist es, die Betroffenen in den Entwicklungsprozess der Schule einzubinden und ihnen Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Schüler betreiben hier zusammen mit den Lehrkräften und mit Unterstützung der Eltern aktiv Schul-entwicklung und werden so zu Partnern auf Augenhöhe. Gleichzeitig bereichert das Angebot nicht nur die beteiligten Schüler selbst, sondern kann auch die schulische Situation jüngerer Schüler enorm verbessern. Die Schüler schaffen sich über das Projekt eine eigene Bezugsgruppe, die einer möglichen Vereinzelung entgegenwirkt sowie als Ansprechpartner für die Belange (hoch)begabter Schüler fungiert. Bei den angebotenen Workshops und in der Einzelbetreuung entstehen wohltuende Kontakte über Altersgrenzen hinweg.

Voraussetzungen

Das A und O einer funktionierenden Schülerpatenarbeit ist die Unterstützung seitens der Projektgruppe, insbesondere der Projektleitung, Außerdem ist es notwendig, dass die gesamte Lehrerschaft Ideen und Angebote der Schülerpaten aufgeschlossen annimmt.

Wir am WHG haben das Glück, dass unsere Projektleitung uns aus-gezeichnet betreut. So stehen uns in jederlei Hinsicht – räumlich, organisatorisch und finanziell – alle Türen offen, um neue Projekte zu entwerfen und umzusetzen.

Jedoch treten manchmal Schwierigkeiten mit Lehrkräften unserer Schule auf, da diese unseren Angeboten kritisch gegenüberstehen und uns nicht die notwendige Unterstützung geben. Glücklicherweise schrumpft die Zahl dieser noch skeptischen Lehrer mit jeder erfolgreich durchgeführten Aktion unseres Paten-Teams.

Projektraum

Von zentraler Bedeutung für ein gutes Gelingen der Schülerpatenarbeit ist ein eigener Arbeitsraum. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und beharrlichem Fordern haben wir nach einiger Zeit einen geeigneten Raum zur Verfügung gestellt bekommen. Wir Schülerpaten haben dann gemeinsam mit unserem Projektleiter die Renovierung dieses Raums geplant und umgesetzt: Die Wände unseres „Studierzimmers“ wurden neu gestrichen, Möbel wurden gekauft und aufgebaut, Arbeitsmaterialien jeglicher Art (Computer, Drucker, Laminiergerät, Schreibwerkzeug etc.) wurden besorgt und zudem wurde eine kleine Bibliothek mit Büchern und Medien für jeden Fachbereich eingerichtet. Insgesamt haben wir sehr darauf geachtet, einen gemütlichen Raum mit einer freundlichen, hellen Atmosphäre zu schaffen, in dem man gerne und gut lernt!

Denn unserer Studierzimmer wird vielfältig genutzt: Zum einen steht sie uns Schülerpaten als Arbeits- und Lernraum zur Verfügung. Zum anderen finden hier die Einzelbetreuungsstunden und auch die Workshops statt. Und darüber hinaus wird der Raum täglich von den Schülern im Rahmen eines unserer schulischen Förderungsangebote genutzt: Besonders begabte Schüler verlassen in den Schulstunden, in denen sie unterfordert sind, den Unterricht und beschäftigen sich dann in unserem Arbeitsraum mit speziellen Forschungs- und Arbeitsprojekten.

Planung und Entwicklung eines organisatorischen Konzepts

Ganz zu Beginn – parallel zu unserer Ausbildung in Kiel – haben wir Schülerpaten ein individuelles Konzept für unsere Arbeit an unserer Schule entwickelt. Wir haben uns mit folgenden Fragestellungen auseinandergesetzt: Was möchten wir anbieten? An wen richten sich unsere Angebote? In welchen Fächern möchten wir Aktionen anbieten?

Die Entwicklung eines guten und umsetzbaren Konzepts hat sich für uns nicht ganz einfach gestaltet und einige Zeit in Anspruch genommen. Einige unserer Ideen mussten wir aufgrund fehlender zeitlicher Kapazitäten unsrerseits oder mangelnder Bereitschaft seitens der Schüler verwerfen.

So hatten wir zu Beginn einige hochbegabte Schüler der jüngeren Klassen zu einem offenen Kennenlern-Nachmittag eingeladen. Wir hatten erhofft, mit dieser Aktion gemeinsam mit den Kindern Ideen für Projekte etc. entwickeln zu können. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, weil den Schülern wahrscheinlich aufgrund der lockeren und „lehrerfreien“ Atmosphäre die nötige Ernsthaftigkeit fehlte und sie binnen kürzester Zeit wie die größten Klassenclowns herumalberten.

Ein großes Problem für uns Schülerpaten war es ebenfalls, Kontakt mit begabten Schülern der Klassen 5-7 aufzunehmen. Wir wollten unsere Projekte nicht nur getesteten Hochbegabten, sondern auch besonders Begabten ohne Testung anbieten. Doch um diese Schüler aufzufinden, waren wir auf die Mitarbeit der Lehrkräfte angewiesen, was häufiger mal von Schwierigkeiten und Verzögerungen geprägt war. Doch im Nachhinein haben sich die Komplikationen und Erfahrungen gelohnt – und wir wissen nun schon einigermaßen genau, für welche Projekte an unserer Schule Bedarf besteht und welche Möglichkeiten wir haben. Zudem ist es uns sehr wichtig, dass die Schüler unserer Schule unser Schülerpaten-Team kennen und wissen, was wir machen.

Unser Team und seine Arbeit auf der Beziehungsebene

Um unseren Bekanntheitsgrad zu erweitern, sind wir während der Unterrichtsstunden durch die Klassen der 5., 6. und 7. Klassen gegangen und haben uns und unsere Arbeit vorgestellt. Zusätzlich haben wir große Plakate gestaltet und diese dann in den Klassenräumen aufgehängt.

Der äußerst positive Nebeneffekt dieser Vorstellungsaktion war, dass nun auch Lehrkräfte, die vorher kaum etwas von unserem Projekt wussten, nun näher informiert waren und sich sehr dafür interessierten.

Es ist uns sehr wichtig, dass wir für die Schüler der jüngeren Jahrgänge stets als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um ihnen bei Fragen oder Problemen tatkräftig zu helfen. Das Besondere hierbei ist, dass die jüngeren Schüler schnell Vertrauen zu uns schließen, während dies im Kontakt zu ihren Lehrern meist schwieriger ist. Allein durch die Tatsache, dass auch wir Schüler sind und dadurch ihre schülertypischen Themen besser nachvollziehen können als die Lehrer, fühlen sich die Kleinen von uns verstanden. Zudem hat unsere erste große Aktion, der Workshop-Tag (s. u.), sehr dazu beigetragen, dass sie gleich von Beginn an die Scheu vor uns „Großen“ verloren haben. Durch dieses Vertrauen sind wir in der Lage, ihnen schnell zu helfen und können als Vermittler zwischen ihnen und den Lehrern fungieren.

An unserer Schule spielt auch die Unterstützung und Förderung der Underachiever eine große Rolle. Um diesen Kindern und Jugendlichen eine optimale Unterstützung bieten zu können, führen einige unserer Schülerpaten individuell angepasste Einzelbetreuungen mit ihnen durch. Die Grundlage dieser Einzelstunden sind unterstützende Gespräche, um das Vertrauen des jeweiligen Schülers zu gewinnen. Der betreuende Schülerpate befasst sich mit den Problemen (mit Mitschülern/Eltern/Lehrern) seines Zöglings und bespricht mit ihm mögliche Lösungswege. Zusätzlich werden hier schulische Basisfertigkeiten erläutert und gemeinsam trainiert: Heftführung, Erledigung der Hausaufgaben, Verhalten und Mitarbeit im Unterricht, Führung eines Hausaufgabenheftes etc. Es ist unser Ziel, den betroffenen Schülern als Vertrauensperson zur Seite zu stehen und ihnen dabei zu helfen, ihren Schulalltag erfolgreich zu gestalten.

Unsere Angebote als Schülerpaten am WHG

„Forscherzeit“-AG

Hierbei handelt es sich um ein ganz besonderes Projekt: Die Teilnehmer dieser AG kommen nämlich nicht nur aus den 5. Klassen unserer Schule, sondern auch uns den 4. Klassen einiger Grundschulen aus der Umgebung. Auf diesem Wege geben wir besonders begabten Grundschülern die Möglichkeit, bereits vor dem Schulwechsel ein wenig „Gymnasiumsluft“ zu schnuppern. Gemeinsam mit einem betreuenden Lehrer und einigen Schülerpaten erforschen die jungen Mädchen und Jungen verschiedene naturwissenschaftliche Rätsel.

Dieses Angebot verwirklicht ganz wahrhaftig unser Leitmotto „Kontakte knüpfen“, da hier nicht nur die Klassengrenzen, sondern auch die Altersgrenzen aufgelöst werden und Kontakte und Freundschaften über die Schulgrenzen hinaus entstehen können.

Persönliches Resümee

Vor vier Jahren habe ich ohne genaues Wissen über das Projekt und über Begabtenförderung im Allgemeinen spontan zugestimmt, ein Teil des WHG-Teams zu werden. Und nun, vier Jahre danach, kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Arbeit als Schülerpatin meinen Schulalltag in vielerlei Hinsicht bereichert hat.

Wir wurden ausgezeichnet auf unsere Tätigkeit als Schülerpaten vorbereitet und haben viel gelernt. Dadurch waren und sind wir in der Lage, als ausgebildete Schülerpaten mit unserem Wissen und unserem Engagement tatkräftig bei dem Aufbau des Projekts der (Hoch-)Begabtenförderung mitzuwirken. Es erfüllt mich mit Freude, zu sehen, wie viel wir in diesem Bereich an unserer Schule erreicht haben. Außerdem bin ich stolz und zufrieden darüber, in welchem Maße wir Schülerpaten begabten Schüler mit unseren Angeboten dabei helfen, ihren Interessen und Begabungen nachzugehen. Somit können wir sie in dieser Hinsicht optimal fördern.

Darüber hinaus profitieren auch wir Schülerpaten ungemein aus diesem Projekt. Wir erlernen Grundlagen des Projektmanagements, erproben uns in der Durchführung von Workshops etc., können in diesem Sinne unsere eigenen Begabungen weiter ausbauen und noch vieles mehr.

Alles in allem ist das Schülerpatenprojekt ein wirklich wichtiger Bestandteil der Begabtenförderung. Es liegt mir sehr Herzen, dass es nicht nur weiterbesteht, sondern auch weiter ausgebaut wird.

Pauline Haase